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Batman und Robin
Leseprobe
Zwei Minuten lang stand Herbert dann vor seiner Garage und hatte das Paket in der Hand. Er war unschlüssig, was er tun sollte. Es ins Haus bringen und gleich öffnen, dann würde er noch später zur Arbeit kommen. Oder es ungeöffnet in die Garage legen und öffnen, wenn er von seiner Schicht zurück kam?
Er entschied sich für einem Kompromiss und nahm aus einer Schublade ein scharfes Messer. Nur kurz hineinsehen. Als er gerade das Messer ansetzen wollte, fiel ihm ein, dass er noch gar nicht wusste, wer ihm das Paket geschickt hatte. Er drehte es herum, so dass er lesen konnte, was da stand: An Herbert "Batman" Klever. Er musste lächeln. Den Spitznamen Batman hatte er von der Presse erhalten, seit er vor Jahren angefangen hatte, sich für Fledermäuse zu interessieren. Ganz kurz hing Herbert seinen Gedanken nach. Den Fledermäusen hatte er die Bekanntschaft mit Marianne zu verdanken. Als er das Paket noch weiter drehte, konnte er den Absender lesen. Da stand nur "Robin".
Herbert kannte keinen Robin, da war er sicher.
Mit dem Messer öffnete er das Paket an der Seite und schnitt die Klebebänder durch. Plötzlich verstand er. Ein Wortwitz. Batman bekommt ein Paket von Robin. Herbert lächelte, da hatte wohl jemand einen etwas schrägen Humor. Dann riss er am einfachen Packpapier.
Ein grünes Stück Stoff quoll aus dem Paket und ein beißender, stechender Geruch breitete sich in der Garage aus. Herbert kannte diesen Geruch. Es roch nach Fledermauskot.
Und es war Stoff von dem Kleid, das Marianne getragen hatte. Damals getragen hatte, als Herbert sie im Fort Blücher verscharrte.
Die komplette Geschichte und noch viele andere findet man in der Anthologie Todschick, erschienen im Leporello Verlag.
Einige der bekanntesten deutschsprachigen Krimiautorinnen und Autoren haben ihren Kleiderschrank geöffnet, in Mottenkisten gestöbert und sich auf Modenschauen inspirieren lassen, um in ihren Storys den unterschiedlichsten Textilien einen kriminellen Touch anzudichten.
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